De mortuis nihil …

… nisi bene, über Verstorbene soll man also nicht sprechen außer auf gute Art und Weise. Der Ursprung dieses Spruches wird Chilon von Spartazugeschrieben, der Mann hat im 6. Jahrhundert vor Christus gelebt und war somit logischerweise mit der Perfidie unserer heutigen Medienkultur nicht vertraut, wer weiß, mit dem heutigen Wissen hätte er diese Weisheit womöglich noch einmal überdacht.

Ich persönlich halte diesen Spruch ja für blanken Unsinn, es gibt nun einmal Leute denen man schlicht und ergreifend nichts Gutes nachsagen kann, ja nicht einmal gut über sie zu sprechen vermag: Was sollte man beispielsweise über einen Josef Wissarionowitsch Dschugaschwili sagen, was über einen Ernesto Guevara – außer daß es gut ist daß diese Monster nicht mehr auf diesem Planeten ihr Unwesen treiben?

Derzeit überschlagen sich ja die Medien förmlich mit Betroffenheitsmeldungen wegen des Todes eines amerikanischen Schauspielers, natürlich kann man den mit oben genannten Massenmördern nicht in einen Topf werfen, eine gute Nachrede auf Philip Seymour Hoffman wird es von mir aber trotzdem keine geben:

Ich habe nämlich die Nase voll von sogenannten “Künstlern” die – nur weil sie aus irgendwelchen Gründen obszöne Gagen einfahren – sich anmaßen, aus irgendeiner gefühlten moralischen Überlegenheit heraus gesellschaftspolitische Statements mit einer Inbrunst zu verkünden, als hätten sie ihre Weisheit gerade eben direkt von einem brennenden Dornbusch übertragen bekommen!

Philip Seymour Hoffman war Schauspieler, er hat sogar den “Oscar” gewonnen, jetzt ist er tot. Gestorben wahrscheinlich an einer Überdosis Heroin, die Nadel steckte noch in seinem Arm und in seiner Wohnung wurden 60 weitere Umschläge mit Heroin gefunden. (ORF) Das Ende eines Junkies, nicht mehr und nicht weniger.

Wäre mir eigentlich keine Zeile hier wert, hätte der Herr Hoffman nicht zu Lebzeiten gemeinsame Sache mit dem unsäglichen Waffengegner Michael Bloomberg gemacht und einem Zeichentrickfilm gegen den legalen Waffenbesitz seine Stimme geliehen. Unsägliche Propaganda, vorgetragen von einem Heuchler:

Zu dem Zeitpunkt nämlich, als er den Text für dieses Video aufsagte, war Hoffman wieder einmal auf Drogenentzug, “examiner.com” schildert das wie folgt:

(…) In other words, he was abusing drugs during the time he provided voice-over services oozing with concern “for the children” in a professionally-produced media campaign calling for increased infringement on the right of clean and sober Americans to keep and bear arms, meaning Hoffman was engaging in illegal and grossly irresponsible behavior that actually disqualified him from having a gun himself.

“Are you an unlawful user of, or addicted to, marijuana or any depressant, stimulant, narcotic, or any controlled substance?” question 11.e. on ATF’s Form 4473 Firearm Transfer Record asks. If the answer is “yes,” federal law classifies the respondent a “prohibited person,” who would be committing a felony if he’s in possession of a gun. In other words, it would have made Hoffman the very type of person MAIG says it wants guns to be “illegal” for (disregarding the reality that their efforts seem wholly targeted toward demanding more infringements against the “law-abiding”).

That makes Hoffman’s narration of the anti-gun video all the more creepy, particularly with his opening line, asking “How many more street corners,” as a frightened woman walks along a seedy urban street, eyed by a character in a car and another across the street, with a despondent-looking shadow figure in the foreground. And that’s because, by contributing to the heroin trade as a user, Hoffman has helped fund some of the most desperate, dangerous and violent people not just in the U.S. but also the murderous international cartels that produce and smuggle the junk into the country, distribute it to the neighborhoods, and fight turf wars with guns they have no problem getting, with stupid things like Form 4473s and gun bans not even slowing them down. (…)

(Das heißt daß er – während er mit triefender Stimme für eine professionell gemachte Medienkampagne gegen das Recht nüchterner und nicht drogenabhängiger Amerikaner auf Waffenbesitz Sorge “um die Kinder” geheuchelt hat – selbst Drogenmißbrauch begangen hat, also illegales und grob verantwortungsloses Verhalten an den Tag gelegt hat das ihn selbst vom legalen Waffenbesitz ausgeschlossen hätte.

“Sind sie ein illegaler Nutzer oder Abhängiger von Marijuana, eines Beruhigungsmittels, eines Aufputschmittels, anderen Drogen oder einer sonstigen verbotenen Substanz?”, so die Frage in einem Formular des ATF. Wird eine dieser Fragen bejaht, dann ist die betreffende Person laut Bundesgesetz eine “vom Waffenbesitz ausgeschlossene Person”, Waffenbesitz wäre da ein Verbrechen. Das heißt, daß Hoffman genau jene Art von Person war die laut MAIG (Mayors Against Illegal Guns, die Initiative von Bloomberg, Anm.) keine Waffe hätte besitzen dürfen. (Abgesehen von der Tatsache daß deren Anstrengungen sich durchwegs gegen gesetzestreue Waffenbesitzer zu richten scheinen.)

Das macht Hoffmans Kommentierung des Anti-Waffen-Videos umso grausiger, besonders wenn man sich den ersten Satz ansieht wo er unheilschwanger fragt “Wie viele Straßen noch?”, wo eine verängstigte Frau eine schäbige Straße entlanggeht, angestarrt von einem Subjekt in einem Auto, einem weiteren auf der anderen Straßenseite, mit einer mutlos wirkenden Schattengestalt im Vordergrund. Grausig ist es, weil Hoffman, da er als Süchtiger dem Heroinhandel Vorschub geleistet hat, dazu beigetragen hat einige der hoffnungslosesten, gefährlichsten und brutalsten Personen zu finanzieren, und zwar nicht nur die in den USA, sondern auch jene mörderischen, internationalen Drogenkartelle die das Zeug produzieren und ins Land schmuggeln, es in unser aller Nachbarschaft verbreiten und dabei Revierkämpfe mit Waffen austragen, die sie problemlos bekommen, ohne sich mit Dingen wie oben erwähntem ATF-Formular oder Waffenverboten jemals beschäftigen zu müssen bzw. sich damit aufzuhalten.)

De mortuis nihil nisi bene? Sorry, dazu kann ich mich im gegenständlichen Fall nicht durchringen. Um solche Pharisäer ist es schlicht nicht schade. Fehlen wird der Mann höchstens seinen Dealern.