Die “Hohe Jagd” 2014

Zur Zeit findet gerade die größte Jagdmesse Österreichs, die “Hohe Jagd”, in Salzburg statt (www.hohejagd.at). Die Messe dauert noch bis kommenden Sonntag, den 23. Februar, wer Zeit hat sollte sich diese Veranstaltung nicht entgehen lassen! Ich selbst war gestern nach zwei Jahren wieder einmal dort – und war auf Anhieb gleich wieder so etwas wie “zu Hause”! Ganz besonders hat mich gefreut, daß ich mich diesmal über diese Webseite als Pressevertreter akkreditieren lassen konnte (s. kl. Bild), das ist jetzt aber nicht der Grund für meine “Lobhudelei” – nein, die “Hohe Jagd” ist wirklich die beste derartige Messe in Österreich!

Es hat wenig Zweck, diese Veranstaltung groß zu schildern, daher nur ein paar Eckdaten: Inklusive der Fischerei-Ausstellung (voller Messetitel ist ja “Hohe Jagd & Fischerei”) finden sich auf fast 32.000 Quadratmetern 528 Aussteller aus den Bereichen von “A” wie “Abschüsse”, über “J” wie “Jagdausrüstung”, bis “Z” wie “Zielfernrohre”; um sich nur halbwegs ein Bild von der gesamten Messe zu machen braucht man mindestens einen ganzen Tag! Hier ein Panoramafoto von Halle 1, gleich beim Eingang “Mitte”:

HJ2

 

Auf so einer Messe bleibt es natürlich nicht aus, daß man viele alte Freunde und Bekannte trifft, beim IWÖ-Stand (in Halle 1, Stand 0317) ist es dann auch gleich zu einem “Gipfeltreffen” zwischen dem “Querschüssler” Dr. Georg Zakrajsek und dem “dagarser” gekommen:

tmzak

IWÖ-Generalsekretär und “Querschüssler” Dr. Georg Zakrajsek (r.) und “dagarser” Richard Temple-Murray, © Karl Schödl

Generell habe ich mich die meiste Zeit rund um den Stand der IWÖ aufgehalten, kein Wunder, bei Freunden fühlt man sich ja bekanntlich am wohlsten. Außerdem ist mir dort auch eine kleine Sensation gelungen – ein Foto auf dem mein alter Freund, IWÖ-Kassier Ing. Karl Sousek, einmal nicht besonders grimmig dreinschaut:

HJ4

 

Aber Spaß beiseite – besonders lustig war es nicht, was uns von allerlei Messebesuchern am Stand erzählt wurde: An erster Stelle kam die Skepsis bezüglich der laufenden Waffenregistrierung – obwohl zumindest alle meine Gesprächspartner durchaus über diese Registrierung informiert waren, so klang doch durch, daß in weniger gut aufgeklärten Jägerkreisen diesbezüglich blankes Unwissen vorherrscht. Mich hat das natürlich nicht überrascht, wenn ich für jedes “Ich muß nix registrieren, das hab’ ich alles schon vor Jahren gemeldet!” einen Euro kriegen würde, dann ginge sich schon ein recht schöner Urlaub aus.

Es ist aber auch kein Wunder – woher sollen denn Leute, die auf keine Messen gehen, kein Internet haben (oder es nicht nutzen) und natürlich schon gar nicht bei der IWÖ sind (“fia wos brauch ma des!?“) auch wissen, daß sie sich ab 1. Juli 2014 strafbar machen, wenn sie ihre heißgeliebte Büchse unregistriert zum Ansitz mitnehmen? Aus den Jagdzeitungen? Haha.

Wenn der Staat möchte, daß alle ihre Waffen registrieren lassen weil das ja für die Sicherheit in diesem Land ach so viel bringt – dann muß sich der Staat das schon unser Geld kosten lassen: Großflächige Inserate in den großen Tageszeitungen, in den Gratiszeitungen, in den Regionalblättern – und das alles natürlich mehrmals.  Zumal ja davon nicht nur die Jäger betroffen sind…

Nein, so wird das mit dem Waffenregister nichts werden, da bahnt sich ein Flop ungeahnten Ausmaßes an! Vom 30. Juni als Stichtag werden wir uns – so die einhellige Meinung aller Experten – wohl verabschieden können, wenn bis dahin 25% des geschätzten Waffenbestandes registriert sein wird, dann ist das viel. Es wird wohl auf eine Fristverlängerung hinauslaufen, die unselige EU-Waffenrichtlinie ließe das ja (da dort der 01.01.2015 als Stichtag genannt ist) zu. Ob das helfen wird?

Das zweite große Thema waren die Waffenverbotsphantastereien der Frau Kommissarin Malmström – wieder waren hier erstaunlich viele Besucher darüber unterrichtet, entsprechend groß war auch die Empörung der Leute über diesen perfiden neuen Plan der Kommission! Einhelliger Tenor: Die Frau muß aufgehalten werden!

Das bringt mich zum nächsten Punkt: Um das, um irgendetwas, zu erreichen, muß Einigkeit im Lager der legalen Waffenbesitzer her! Einigkeit aber nicht um der Einigkeit willen, sondern Einigkeit in der Sache! Das haben gerade die Besucher aus Deutschland schmerzlich vermißt. Das verstehe ich und ich muß zugeben, daß ich da auch etwas ratlos bin. Spontan fällt mir da nur “Gebt die Hoffnung nicht auf!” ein – etwas unbefriedigend…

Ein interessantes Thema war auch die Information der Waffenbesitzer: Viel zu viele Waffenbesitzer, aber auch ganze Vereine und Verbände, sind wohl in den das Waffengesetz betreffenden Fragen nicht, schlecht oder zumindest unzureichend informiert; die IWÖ solle doch die Aussendungen an diese Gruppen intensivieren!

Das sehe ich persönlich anders: Die IWÖ macht da ohnehin schon sehr viel, ich denke da an die IWÖ-Nachrichten und die “Schnupperversion” davon, es gibt die Internetseite und das Forum, und es gibt Informationsveranstaltungen wie diese Messe! Natürlich werden nie wirklich alle zu erreichen sein, irgendwann ist der Plafond erreicht und es geht einfach nicht mehr. Da sind aber jene gefragt, die selbst bereits informiert sind! Die Informationen sind ja da, man muß nicht erst extra etwas neues erfinden!

Wer IWÖ-Nachrichten zum Verteilen braucht, der wird sie von der IWÖ bekommen, keine Frage; wer seine Informationen aus dem Internet bezieht, zum Beispiel von hier, der kann das weiterleiten, für die Leute ohne Computer kann man das auch ausdrucken; beim geselligen Jägerstammtisch oder in lustiger Runde auf dem Schießstand muß man halt auch einmal ernste Themen zur Sprache bringen; etc.

In diesem Sinne möchte ich alle, die auf Informationsdefizite in ihrem Umfeld stoßen auffordern, selbst aktiv dagegen vorzugehen! Schließlich ist das im Interesse eines jeden einzelnen Waffenbesitzers! Natürlich ist es auch sehr sinnvoll jene Stelle, von der man die Informationen hat, zu stärken – das heißt also in diesem Fall der IWÖ beizutreten und andere zum Beitritt zu animieren!

Es gab auf der Messe aber auch sehr erfreuliche Gespräche, einige meiner Leser haben mich gesucht und gefunden und ich habe mich sehr gefreut, mich mit ihnen austauschen zu können! Weil es angesprochen wurde: Diese Seite ist nicht kommerziell sondern rein mein Hobby, ich freue mich sehr über Unterstützungsangebote, aber ich will von meinen Lesern kein Geld haben! Sollte es irgendwann einmal zu einem “Projekt” kommen, dann wäre das vielleicht eine andere Geschichte, derzeit ist aber nichts in diese Richtung geplant. Wer sich dennoch “finanziell bedanken” möchte kann das aber auf eine andere Art tun: Durch eine Spende an die IWÖ mit dem Vermerk “Spende via dagarser“. Das würde mich wirklich freuen! (Kontoinfo IWÖ)

Wer die “Hohe Jagd” in Salzburg besucht, der könnte diese Spende auch gleich selbst bei der IWÖ vorbeibringen. Und wenn er schon dort ist gleich beitreten!