Die IWA in der Presse

Einen sehr guten Fernsehbeitrag gab es vom Bayrischen Rundfunk:

IWA Outdoor Classics : Waffentrends in Nürnberg

BR-IWA

Die identische Meldung der dpa wird in Nordbayern und der WELT völlig unterschiedlich ausgewertet. Überschriften, Einleitung, Zwischenüberschriften und Weglassen bestimmen die Wirkung, den die Meldung hervorrufen soll.

Nürnberger Waffenmesse IWA: Raus aus der “Schmuddelecke”

titelte die Nürnberger Zeitung mit den folgender Einleitung und Zwischenüberschriften:

Seit Jahrzehnten ist sie der Marktplatz der Sportwaffen-Hersteller. Doch spätestens seit dem Amoklauf in Winnenden steht die Nürnberger Messe IWA OutdoorClassics in der Kritik: Wird der Umgang mit scharfen Waffen zum harmlosen Outdoor-Event stilisiert?

  • Ukraine-Konflikt setzt der Branche zu
  • Im Grenzbereich zur militärischen Ausrüstung
  • Weg vom Image der reinen “Waffenmesse”

Die pathologische Seite der Schusswaffen-Liebe

titelte die WELT mit dieser Einleitung und  Zwischenüberschriften:

Jeder Amoklauf bringt die Waffen-Fachmesse OutdoorClassics mehr in die Kritik: Wird der Umgang mit scharfen Waffen in Nürnberg zum harmlosen Outdoor-Event stilisiert? Sind alle dort Waffennarren?

  • Sturmgewehre und Granatwerfer für Experten
  • Schwache Menschen, die sich mit einer Waffe aufwerten

Bei der Nürnberger Zeitung werden die Auswirkungen des Ukraine-Konflikts beschrieben und Klaus Gotzen vom JSM zitiert. Die Branche beklagt, in den Topf der Rüstungsgüter geschmissen zu werden, dabei ziehe man mit hochwertigen Jagd- und Sportwaffen nicht in den Krieg. Die Produktion sei um 10% zurückgegangen, der Export sogar um mehr als 25%.

Die Welt stellt die Aussage des Messesprechers Guido Welk, dass vollautomatische Waffen als Kriegswaffen nicht ausgestellt werden dürfen, dem Satz gegenüber, dass auf der Sonderschau, die nur von Sicherheitsexperten mit Behördenausweisen besucht werden darf, Schweizer Sturmgewehre und Granatwerfer ausgestellt seien.

Dabei wird jedoch nicht darauf hingewiesen, dass auch diese Geräte, da halbautomatische Waffen bzw. zum Verschießen von Tränengas- und Blendgranaten nicht dem Kriegswaffenkontrollgesetz unterliegen. Die Nürnberger Zeitung schiebt noch nach, dass die Waffen und Ausrüstung der Polizeieinheiten denen von Bürgermilizen ähnelt.

Beide Zeitungen erwähnen, dass von den knapp 1400 Ausstellern vorrangig Freizeitartikel wie Kleidung, Brillen, Ferngläser und Rucksäcke auf der Hälfte der Messe präsentiert werden. Eingeleitet wird dies mit der Formulierung, dass “die Messerveranstalter versuchen, vom Image der reinen ‘Waffenmesse’ wegzukommen. Dabei hat das gar nichts mit diesem ‘Versuch’ zu tun, sondern damit, dass diese Freizeitartikel bei jedem Waffenhändler einen großen Teil des Umsatzes ausmachen. Dem strengen Waffengesetz in Deutschland ist es geschuldet, dass einige Waffenhändler gar keine Feuerwaffen mehr verkaufen, sondern nur noch Freizeitartikel.

Beide Zeitungen schließen mit den Statements des Bremer Rechtspsychologe Dietmar Heubrock. Hier ignoriert die Nürnberger Zeitung diese beiden Sätze:

Die Faszination für Waffen sei ein “aus der Menschheitsgeschichte übrig gebliebenes Relikt”. Selbst pazifistisch erzogene Kindern bastelten sich aus Holz Gewehre oder Speere.

Das wäre der passende Schlusssatz gewesen. Doch Klaus Tscharnke von der dpa gefiel es besser, den pathologischen Waffennarren ans Ende zu setzen. In dessen Hände gehöre (zu Recht) keine Pistole, kein Gewehr.

Wie faszinierend Waffen für Journalisten und Bildreporter sind, zeigt sich an den 44 sehr guten Fotos, von denen lediglich vier normale Freizeitartikel wie Ferngläser und Spektive als Motiv haben. Der Rest sind Waffen pur. Von den anderen 50% Messeinhalten (Bekleidung, Brillen, Rucksäcke etc.) ist nichts zu sehen: Bildergalerie


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