Islamisten stürmten Universität: 147 Tote in Kenia

18 Monate nach dem Angriff auf das Einkaufszentrum Westgate in Nairobi mit 67 Toten und 175 Verletzten, hat die gleiche Gruppe dieses Massaker an der Universität veranstaltet. Zwei bewaffnete Wachleute konnten diesen Angriff nicht verhindern – sie waren die ersten Opfer.

Die Attentäter von Garissa machten am Gründonnerstag gezielt Jagd auf christliche Studenten. Laut Augenzeugen zwangen sie ihre Opfer mit vorgehaltener Waffe, Koranverse zu rezitieren. Wer das nicht konnte, wurde erschossen.

Dieses Muster ähnelt dem Vorgehen der Schabab-Miliz bei ihrem letzten spektakulären Terroranschlag in Kenia. Im September 2013 überfiel ein Kommando das Westgate-Einkaufszentrum in Nairobi. Auch damals wählten sie gezielt Christen als Opfer aus.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/kenia-al-schabab-veruebt-massaker-an-studenten-in-garissa-a-1026980.html

Wir von Firearms United wiederholen die Worte von Richard Noble: Die Welt hat sich verändert. Wir brauchen mehr Schutz vor Terror.

Vor etwas mehr als einem Jahr diskutierte die ganze Welt den Terroranschlag in Nairobi. Darunter gab es auch eine Stimme der Vernunft: Ronald Noble. Der damalige Generalsekretär von Interpol erklärte, dass man weitere Angriffe auf so genannte “weiche Ziele” erwarten könne.. an Orten, von denen die Terroristen wissen, dass sie auf keinen Widerstand stoßen. Daher schlug Ronald Noble vor, dass die Staaten die Frage der Bewaffnung ihrer Bürger überdenken sollten. Es ist seit langem eine bekannte Tatsache, dass Massaker vor allem in Bereichen, in denen Schusswaffen stark eingeschränkt sind – so genannte “gun free zones” – geschehen.

http://www.firearms-united.com/europe-gun-law-news/54-day-after-paris-what-s-next-europe

Charlie Hebdo und der jüdische Supermarkt in Paris, das Café in Sidney, das Einkaufszentrum in Nairobi, das Kino in Aurora, das Sommerlager auf der Insel Utøya, das Hotel in Mumbai und all die viele Schulen und andere öffentliche Plätze werden als “soft targets” (weiche Ziele) bezeichnet – alle Orte, an denen auf der ganzen Welt Bürger arbeiten, studieren oder relaxen.

…Der Direktor von Europol, Rob Wainwright, warnte diese Woche: “Wir haben es hier mit mehreren Tausenden von potenziellen Terroristen zu tun.

http://german-rifle-association.de/soft-targets-bedrohung-und-schutz/

Vertrauen in das Gewaltmonopol des Staates ist nicht vorhanden

Der Tagesspiegel berichtet detailliert. Selbst die Regierung traut der eigenen Anti-Terroreinheit der Polizei nicht und schickte 2013 die Armee zum Einkaufszentrum Westgate. Bei dem viertägigen Attentat brauchten die Polizei- und Armeechefs allein schon zwei Tage, um ihre Strategien abzustimmen.

Derweil erschossen Soldaten mehrere Elitepolizisten und plünderten die Läden des Einkaufszentrums. “Das hat die kenianische Mittelschicht geschockt”, schreibt Githongo, denn “sie hatte die Armee lange als eine der eher professionellen Institutionen des Landes gesehen”, während andere “durch Korruption und Stammesdenken untergraben worden” seien. Doch diese Armee hat nach der Eroberung der südsomalischen Hafenstadt Kismayo den Holzkohlehandel, mit dem sich Al Schabaab vor allem finanzierte, nicht unterbunden, sondern war offenbar selbst mit ins Geschäft eingestiegen.

In den meisten Zeitungen wird berichtet, dass der kenianische Präsident Uhuru Kenyatta an seinem Plan nach Westgate festhält, der die Einstellung von 10.000 Polizeianwärtern vorsieht. Im Tagesspiegel können wir jedoch lesen, dass diese Rekrutierung vom Gericht wegen Korruption untersagt wurde.

Der bekannte kenianische Menschenrechtsanwalt Njonjo Mueschrieb am Nachmittag auf seiner Facebook-Seite: “Der Treiber für die Unsicherheit in Kenia ist die Korruption. Die Rekrutierung von 10 000 Polizisten ist von den Gerichten wegen der ausufernden Korruption gestoppt worden. Und das ist die Antwort von Präsident Uhuru Kenyatta auf die Garissa-Attacke? Wenn die Strategie des Präsidenten, um die Sicherheit des Landes zu verbessern, darauf basiert, das Gesetz zu brechen und die Gerichte zu ignorieren, dann helfe uns Gott!

Erst vor wenigen Wochen hat John Githongo, der einmal Anti-Korruptionsbeauftragter der Regierung war, bevor er aus dem Land flüchten musste, weil er einen Korruptionsskandal aufgedeckt hatte, im britischen “Guardian” geschrieben, dass die Korruption “Al Schabaab die Türen geöffnet” habe. Githongo lebt seit ein paar Jahren wieder in Kenia und hat gemeinsam mit anderen Dissidenten ein Menschenrechts- und Anti-Korruptionsnetzwerk mit dem Namen “Ni sisi” gegründet.

Der von ihm aufgedeckte Korruptionsskandal betrifft Verträge, die eigentlich die Sicherheit Kenias hätten erhöhen sollen. Eine britische Firma mit dem Namen Anglo Leasing war beauftragt worden, fälschungssichere Ausweise und Sicherheitstechnik zu liefern. Die Preise waren grotesk überhöht, weil mit dem Geld der nächste Wahlkampf des damaligen Präsidenten Mwai Kibaki vorbereitet werden sollte. Ein Teil der bewilligten Sicherheitstechnik ist zudem nie geliefert worden. Deshalb sei auch kein Geld mehr da gewesen, um die Polizei auch nur mit “einfachen Kommunikationsgeräten” auszustatten, schriebt Githongo.

http://www.tagesspiegel.de/politik/terror-in-kenia-fast-150-tote-bei-angriff-auf-uni-in-garissa/11591012.html

Wenn der Staat versagt, sei es in Kenia wegen Korruption oder in Europa wegen Abbau von Polizeikräften und fehlender Ausrüstung, dann darf der Staat seinen Bürgern nicht verweigern, sich selbst zu schützen.


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